Schnapsenwelt › Regeln › Bummerl
Bummerl: so wird beim Schnapsen gezählt
Ein einzelnes Schnapsen-Spiel ist schnell vorbei – gespielt wird um das Bummerl. Beide Spieler beginnen bei 7 Punkten und ziehen ab, was sie gewinnen. Wer zuerst bei 0 ankommt, hat das Bummerl gewonnen. Diese Zählweise nach unten ist der Grund, warum am Wirtshaustisch nicht notiert wird, wer wie viel hat, sondern nur, wie viel noch fehlt.
1, 2 oder 3 Punkte pro Spiel
Wie viel ein gewonnenes Spiel wert ist, hängt allein davon ab, wie weit der Verlierer gekommen ist:
| Der Verlierer hat … | Punkte | Name |
|---|---|---|
| 33 Augen oder mehr | 1 | einfaches Spiel |
| mindestens einen Stich, aber weniger als 33 Augen | 2 | Schneider |
| keinen Stich | 3 | Schwarz |
Dieselbe Staffel gilt für ein falsches Ausmelden (2 Punkte für den Gegner, 3 wenn er noch ohne Stich war) und, mit einer Abweichung, für das Zudrehen: dort wird nach dem Stand des Gegners im Moment des Zudrehens gewertet, nicht nach dem Ende. Hat bis zur letzten Karte niemand 66 erreicht und wurde nicht zugedreht, bekommt der Gewinner des letzten Stichs einen Punkt.
Bummerl-Zähler
Der Zähler unten macht genau das, was der Bierdeckel macht – nur ohne Rechnen und ohne Streit darüber, wer bei drei oder bei vier steht. Er merkt sich den Stand auch, wenn du die Seite schließt, und meldet, wenn ein Bummerl aus ist.
Zähler für den Tisch
Namen eintragen, nach jedem Spiel die gewonnenen Punkte abziehen. Beide starten bei 7.
Schneiderbummerl und was danach kommt
Verliert ein Spieler ein Bummerl mit 7:0, ohne also einen einzigen Punkt abgezogen zu haben, ist das ein Schneiderbummerl. In der Wirtshausrunde zählt es doppelt, bei Turnieren meist einfach. Häufig wird nicht um ein Bummerl gespielt, sondern um zwei gewonnene, oder auf Zeit – dann entscheidet am Ende, wer weniger offene Punkte hat.
Das Geben wechselt nach jedem Spiel, unabhängig vom Ergebnis. Wer gibt, ist im Nachteil: die Vorhand spielt aus und hat damit die erste Gelegenheit anzusagen, zu tauschen und zuzudrehen. Über ein ganzes Bummerl gleicht sich das aus, in einem einzelnen Spiel ist es ein messbarer Vorteil.
Am Tisch notieren
Traditionell wird das Bummerl auf dem Bierdeckel geführt, und zwar als Strichliste, die abgestrichen wird: Jeder bekommt sieben Striche, gewonnene Punkte werden durchgestrichen. Wer keine Striche mehr offen hat, hat gewonnen. Diese Form hat einen praktischen Grund – man sieht auf einen Blick, wie viel noch fehlt, und muss nie rechnen. Manche Runden schreiben zusätzlich mit, wie viele Bummerl der Abend hatte; ein Schneiderbummerl wird dabei üblicherweise mit zwei Strichen vermerkt.
Zwei Fehler passieren dabei regelmäßig. Der erste: nach einem Zudrehen wird nach den Augen am Ende gewertet statt nach dem Stand des Gegners im Moment des Zudrehens – das ändert das Ergebnis oft um einen ganzen Punkt. Der zweite: ein Spiel, in dem niemand 66 erreicht hat, wird als unentschieden behandelt. Das gibt es nicht. Wurde nicht zugedreht, gewinnt der letzte Stich das Spiel mit einem Punkt; wurde zugedreht, hat der Zudreher verloren.
Augen im Kopf mitzählen
Der Zähler nimmt dir das Rechnen zwischen den Spielen ab, nicht das Rechnen im Spiel. Alle 20 Karten ergeben zusammen 120 Augen, dazu kommen die Ansagen. Zwei Zahlen genügen: die eigenen Augen und die des Gegners. Wer sie kennt, weiß, wann ein Stich noch nötig ist und wann er schon reicht – und kann die einzige Entscheidung im Spiel, die man wirklich ausrechnen kann, überhaupt treffen.
Häufige Fragen
Was ist ein Bummerl?
Das Bummerl ist die Partie: beide Spieler starten bei 7 Punkten und ziehen ihre gewonnenen Spielpunkte ab. Wer zuerst bei 0 ist, hat das Bummerl gewonnen.
Wie viele Punkte bringt ein gewonnenes Spiel?
1 Punkt, wenn der Verlierer 33 Augen oder mehr hat, 2 Punkte unter 33 Augen (Schneider) und 3 Punkte, wenn er keinen einzigen Stich gemacht hat (Schwarz).
Was ist ein Schneiderbummerl?
Ein Bummerl, das mit 7:0 endet – der Verlierer hat also keinen einzigen Punkt abgezogen. In der Wirtshausrunde zählt es üblicherweise doppelt.
Wer gibt beim nächsten Spiel?
Das Geben wechselt nach jedem Spiel, unabhängig davon, wer gewonnen hat.
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